Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Was dagegen hilft

Beispielbild für: Kopfschmerzen in der Schwangerschaft
Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sind lästig, aber keine Seltenheit. Vor allem in den ersten drei Monaten. Viele Frauen sind verunsichert und wissen nicht, welche Medikamente sie noch bedenkenlos einnehmen können. Was also tun, wenn der Kopf in der Schwangerschaft schmerzt?
In diesem Artikel erfährst Du folgendes

Auslöser und Hilfe bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Es gibt viele Gründe für Kopfschmerzen in der Schwangerschaft, und nicht immer ist die Schwangerschaft die Ursache.

 

Wenn du früher regelmäßig unter Kopfschmerzen gelitten hast, kann das auch in der Schwangerschaft passieren – Migräne, Spannungs- oder Clusterkopfschmerzen, alles ist möglich.

 

Zunächst einmal ist es sinnvoll, der Ursache von Kopfschmerzen in der Schwangerschaft auf den Grund zu gehen. Am besten wäre es natürlich, wenn Kopfschmerzen in der Schwangerschaft gar nicht erst auftreten. Besser also vorbeugen und vermeiden, was nicht gut für dich ist!

 

Und wenn es doch passiert, können die lästigen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft vielleicht mit einfachen Maßnahmen und ohne Medikamente gelindert werden. Grundsätzlich gilt: Viel Ruhe, viel Trinken, Schlaf und frische Luft helfen!

 

Nicht jeder der aufgeführten Tipps gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft ist hinreichend wissenschaftlich belegt, dennoch können sie von Fall zu Fall eine vorbeugende oder schmerzlindernde Wirkung haben.

 

 

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Stelle deinen Lebensstil um

 

Der Körper muss in der Schwangerschaft viel leisten. Ein bisschen mehr Rücksichtnahme ist also durchaus angebracht. Es versteht sich von selbst, dass nächtliches Feiern und Arbeiten bis zum Umfallen in der Schwangerschaft keine gute Idee sind.

 

Aber auch wer sich ungesund ernährt, wenig trinkt, kaum an der frischen Luft ist, sich selten bewegt und seinem Körper keine Ruhe und Zeit zur Entspannung gönnt, muss sich über Kopfschmerzen in der Schwangerschaft nicht wundern.

 

Das hilft:

 

  • Ausreichend Flüssigkeit: Das Körpervolumen steigt, das Blutvolumen nimmt zu, deshalb sollten Schwangere täglich 2 bis 2,5 Liter trinken – Wasser, Tee oder Saftschorle sind ideal!
  • Frische, gesunde und fettarme Lebensmittel sollten den Speiseplan in der Schwangerschaft prägen: Also zwischendurch ein Apfel und ein Joghurt.
  • Sportarten wie Krafttraining, Yoga, Schwimmen oder Radfahren sind gut für den Kreislauf und machen den Kopf frei.
  • Bewegung an der frischen Luft bringt Sauerstoff in jede Zelle
  • Plane tägliche Ruhepausen ein, auch am Arbeitsplatz, zum Beispiel in Form eines kurzen Spaziergangs in der Mittagspause.
  • Ausreichend Schlaf und ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus

 

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Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Giftstoffe

 

Rauchen schadet dem ungeborenen Kind!


Schwangere Frauen sollten deshalb unbedingt auf Zigaretten verzichten. Vor allem, wenn die tägliche Nikotindosis hoch war, kann die Raucherentwöhnung von Entzugserscheinungen begleitet sein und manchmal treten Kopfschmerzen auf.

 

Dies gilt in der Schwangerschaft auch für Alkohol und Koffein. Schwangere, die bisher nur mit viel Kaffee durch den Tag gekommen sind und die Menge reduzieren oder ganz auf ihn verzichten, reagieren darauf ebenfalls oft mit Kopfschmerzen.

 

Während der Schwangerschaft gelingt es den meisten Frauen recht leicht, auf Rauchen, Alkohol oder andere Laster zu verzichten. Es genügt, die Gesundheit des Kindes im Auge zu behalten. Entzugsbedingte Kopfschmerzen in der Schwangerschaft verschwinden in der Regel schon nach etwa einer schadstofffreien Woche.

 

Das kann helfen:

 

  • Viel Flüssigkeit und Bewegung an der frischen Luft!
  • Schaffe dir neue Rituale, die den gewohnten Griff zur Zigarette oder zum Kaffee ersetzen: Kaugummi kauen oder einen Stressball kneten.
  • Koffein: sanft umsteigen mit wenig Kaffee plus viel Milch, mit entkoffeiniertem Kaffee oder Tee
  • Zigaretten: besser sofort komplett verzichten, statt die Zigarettenmenge tageweise zu reduzieren; Nikotinersatzprodukte sind nur für starke Raucher und nur nach Rücksprache mit dem Arzt eine Option; E-Zigaretten sind aufgrund der unbekannten Inhaltsstoffe keine Alternative!
  • Alkohol & Nikotin: Verhaltenstherapie oder ein Online-Programm können beim Entzug helfen

 

 

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Stress & Ängste

 

Die bevorstehende neue Lebenssituation kann manchmal zu erhöhter Anspannung und Druck führen.

 

Vielleicht war der Kinderwunsch gar nicht geplant, in diesem Fall wird eine Schwangerschaft dein gewohntes Leben definitiv durcheinander bringen.

 

Aber auch sonst müssen zahlreiche Bereiche, wie Partnerschaft, Job oder Wohnung neu sortiert werden. Hinzu kommen vielleicht noch Sorgen, ob das Kind gesund sein wird. All das kann stressig, anstrengend und belastend sein. Verspannte Schultern, ein steifer Nacken oder Zähneknirschen sind keine Seltenheit und führen meist zu dem gleichen Ergebnis: dröhnende Kopfschmerzen in der Schwangerschaft!

 

Das kann helfen:

 

  • Viel reden: Gespräche mit dem Partner oder im Arbeitsumfeld zeigen, der Druck ist meist selbstgemacht!
  • Unterstützung bei Geldsorgen: Familien mit geringem Einkommen können einen finanziellen Zuschuss in verschiedenen Bereichen (Wohngeld, Kinderbetreuung, Erstausstattung) beantragen.
  • Wohnungssuche & Umzug: Vielleicht kann ein Arbeitszimmer oder ein Bereich im Schlafzimmer neu eingerichtet werden. Viel wichtiger als ein eigenes Zimmer sind Nähe und Geborgenheit für das Neugeborene nach der Geburt.
  • Entspannungsübungen: Meditation, Muskelentspannung, autogenes Training, Biofeedback.
  • Massage, Krankengymnastik, Akupunktur, Akupressur
  • Ätherische Öle, z. B. Pfefferminz zum Einreiben oder als Tee
  • Wärme entspannt: Heizkissen, Wärmflasche, ein warmes Fußbad oder ein Vollbad mit Lavendelöl

 

 

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Die Hormone

 

Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft geht kaum an einer Frau spurlos vorbei. Gerade zu Beginn ist die Umstellung gravierend und kann vor allem in den ersten drei Monaten Kopfschmerzen verursachen. Dagegen kann man nichts tun.

 

Ein Lichtblick ist jedoch, dass die meisten Frauen nach dieser Anfangszeit eine angenehme schmerzfreie Zeit erleben. Denn auch der Hormonspiegel wirkt sich positiv aus: Rund 70 Prozent der Frauen, die zuvor regelmäßig von Migräne geplagt wurden, bemerken während der Schwangerschaft weniger und vor allem schwächere Attacken.

 

Dass sich die Migräne während der Schwangerschaft bessert, liegt an der entspannenden Wirkung des Östrogens. Leider fallen die Hormone nach der Geburt schnell wieder ab und die Migräne kehrt oft zurück.

 

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Starke Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Ein Warnsignal

 

Neben mehr oder weniger harmlosen Auslösern können Kopfschmerzen in der Schwangerschaft ein Hinweis auf eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung sein, die von einem Arzt abgeklärt werden muss.

 

Besonders bei plötzlich auftretenden, starken Kopfschmerzen in der Schwangerschaft und wenn Schwindel und Übelkeit hinzukommen, sollten die Alarmzeichen ernst genommen werden.

 

Der häufigste Auslöser für besorgniserregend starke Kopfschmerzen in der Schwangerschaft kann ein hoher Blutdruck (Hypertonie) sein. In der Regel nimmt die Hypertonie nach der 20. Schwangerschaftswoche zu und geht mit Wassereinlagerungen (Ödemen) und Eiweiß im Urin (Proteinurie) einher.

 

Ohne medizinische Behandlung können die Folgen dieser sogenannten Präeklamie lebensbedrohlich werden. Bei der Mutter kann es zu einer Plazentaablösung, Gerinnungsstörungen und im schlimmsten Fall zu einer Hirnblutung kommen. Für den Fötus besteht die Gefahr eines verzögerten Wachstums, einer Schädigung des Fruchtwassers oder einer Fehlgeburt. Ohne ärztliches Eingreifen droht der Mutter schließlich eine sogenannte Eklampsie mit Krampfanfällen und Koma.

 

Eine weitere mögliche und gefährliche Ursache für starke Kopfschmerzen in der Schwangerschaft ist die Sinusvenenthrombose, die durch hormonelle Veränderungen begünstigt wird. In diesem Fall bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) im Venensystem des Gehirns.

 

Vorsicht ist daher geboten, wenn du während der Schwangerschaft plötzlich ungewöhnlich starke und lang anhaltende Kopfschmerzen hast – ein Arztbesuch ist dann sofort notwendig!

 

 

Medikamente gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

 

Eine ernsthafte Schwangerschaftserkrankung ist ausgeschlossen? Einfache vorbeugende Maßnahmen, wie wenig Stress und eine gesunde Lebensweise, verhindern die Schmerzen nicht und auch Hausmittel, wie Wärme oder Lavendelöl bringen keine Linderung?

 

Dann brauchen Schwangere nicht unnötig tapfer zu sein! Manchmal ist es zum Schutz von Mutter und Kind sogar wichtig, die Kopfschmerzen in der Schwangerschaft schnell und effektiv zu bekämpfen. Wenn der Kopfschmerz zum Beispiel von starkem Erbrechen begleitet wird, verliert der Körper viel Flüssigkeit und es besteht die Gefahr der Dehydrierung.

 

Einfach in die Hausapotheke nach dem üblichen Schmerzmittel zu greifen, ist schwanger aber nicht ratsam. Je nachdem, um welches Medikament es sich handelt und wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist, können Schmerzmittel die Entwicklung des Babys beeinträchtigen. Es gibt auch Medikamente, die Schwangere unter keinen Umständen einnehmen dürfen. Dazu gehören die sogenannten Triptane. Sie haben eine gefäßverengende Wirkung und schaden der körperlichen Entwicklung des Babys.

 

Viele schwangere Frauen sind verwirrt: Welche Tablette darf ich wann, in welcher Dosis und wie lange schlucken?

 

Das ist in der Tat etwas kompliziert und da es um die Gesundheit von Mutter und Kind geht, sollte bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft unbedingt kurzfristig ein Arzt aufgesucht werden. Als Faustregel für Mittel gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft gilt: so viel wie nötig, aber so selten wie möglich.

 

PARACETAMOL

Das bevorzugte Schmerzmittel in der Schwangerschaft, d.h. das Mittel der ersten Wahl, ist Paracetamol.

 

Studien haben kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Komplikationen ergeben. Dennoch muss die Schwangerschaft auch bei Dosis und Anwendungsdauer berücksichtigt werden und eine Rücksprache mit dem Arzt ist erforderlich.

 

IBUPROFEN

Ibuprofen gehört zu den so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und ist im ersten und zweiten Trimester in geringer Dosierung und gelegentlich erlaubt. Auch hier ist eine Rücksprache mit dem Arzt ratsam. Ab der 28. Schwangerschaftswoche können Ibuprofen und auch andere NSAIDs, wie z. B. Diclofenac, den Kreislauf und die Nierenfunktion des Fötus beeinträchtigen.

 

Im dritten und letzten Trimester sind sie daher bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft ungeeignet. Ein weiteres NRSA, Naproxen, steht im Verdacht, Fehlbildungen zu fördern. Gaumenspalten wurden nach der Einnahme dieses Medikaments beobachtet. Bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft ist daher Ibuprofen besser geeignet.

 

ACETYSALICYLSÄURE

Aspirin® ist das beliebteste Schmerzmittel. Doch der darin enthaltene Wirkstoff Acetysalicylsäure (ASS) ist wegen seiner blutverdünnenden Wirkung nicht das beste Mittel gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft.

 

Im 1. und 2. Trimester sollte ASS nur in geringer Dosierung und nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Im 3. Trimester ist es dann definitiv nicht erlaubt. Seine blutverdünnende Wirkung kann sich negativ auf Mutter und Kind und auf die bevorstehende Geburt auswirken: Verzögerte Wehen, höherer Blutverlust der Mutter, Hirnblutungen oder zu wenig Blut beim Kind sind mögliche Komplikationen.

 

 

Medikamente bei Migräne in der Schwangerschaft

 

Für Frauen mit Migräne in der Schwangerschaft ist ärztlicher Rat noch wichtiger. Auch Medikamente, die Betroffene prophylaktisch gegen Migräne schlucken können, sind nicht unbedingt unbedenklich.

 

Gegen die prophylaktische Einnahme von Magnesium in der Schwangerschaft bestehen keine Bedenken. Allerdings gilt das nicht für alle Medikamente: Manchmal ist die Datenlage nicht eindeutig (Topiramat) oder es bestehen eindeutig Risiken für die Schwangerschaft und die körperliche Entwicklung des Babys (Valproat).

 

Doch Frauen mit Migräne müssen nicht verzweifeln. Mit einem erfahrenen Arzt an ihrer Seite gibt es auch hier gute Behandlungsmöglichkeiten. Grundsätzlich haben Migränepatientinnen kein erhöhtes Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft.

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Über den Autor

Peter König

Peter König

Peter "Piet" König ist führender Experte für Gesundheit und Fitness in der Schwangerschaft.
Er ist zertifizierter medizinischer Fitnesstrainer, ausgebildeter Personal Trainer und staatlich geprüfter Fitnesstrainer mit A-Lizenz.
Der studierte Bewegungs- und Sportwissenschaftler ist mit Herzblut Papa. Als Gründer von pregfit hat er sich der Mission verschrieben, dass Frauen gesund, fit und gut gelaunt ihre Schwangerschaft erleben können.