Sex in der Schwangerschaft – Was ist erlaubt, was nicht?

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Auch während der Schwangerschaft ist es nicht unüblich und vollkommen normal, dass du und dein Partner Lust haben, sich körperlich etwas näher zu kommen. Allerdings scheuen viele Paare vor dem Schwangerschaftssex zurück, weil sie verschiedene Geschichten über die Risiken gehört haben. Aber wie steht es wirklich um den Sex in der Schwangerschaft? Könnt ihr euch dem Liebesspiel hingeben, oder ist es doch nicht zu empfehlen?
In diesem Artikel erfährst Du folgendes

Sex in der Schwangerschaft – Wechselndes Lustempfinden

 

in der Schwangerschaft ist der weibliche Körper starken Veränderungen unterworfen. Diese Veränderungen wirken sich auch häufig auf das Lustempfinden der Frau aus. Im ersten Trimester sinkt die Lust auf Sex gelegentlich ab. Veränderungen wie das ungewohnte Anwachsen des Bauchs und der Brüste in Verbindung sind dafür meistens der Hauptgrund. Hinzu kommt, dass die Brüste gerade in den ersten Schwangerschaftswochen sehr empfindlich sind und selbst leichte Berührungen wehtun können. Aber auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit, häufige Müdigkeit oder schmerzhafte Krämpfe lassen keine wirkliche Lust auf Sex in der Schwangerschaft aufkommen.

Im zweiten Trimester bemerken schwangere Frauen dagegen häufig wieder einen Anstieg der eigenen Lust. Das hängt damit zusammen, dass sehr häufig die Beschwerden aus dem ersten Trimester wie die regelmäßige Übelkeit deutlich nachlassen. Außerdem werden die Genitalien der Frauen deutlich stärker durchblutet, sodass sie stärker erregt werden und auch einen Orgasmus oft intensiver erleben. Diese Phase der Lust hält bei vielen Frauen von der 13. Woche bis zur 28. Woche an.

Wenn die Schwangerschaft ins dritte Trimester geht, sinkt die Lust auf Geschlechtsverkehr in der Regel wieder ab. Der Bauch der Schwangeren stört bei Bewegungen und Begleiterscheinungen wie Rückenschmerzen verringern die Lust zusätzlich. Es gibt aber auch einige schwangere Frauen, die noch in ihrem dritten Trimester Sex haben möchten. In solchen Fällen bieten sich Stellungen an, bei denen der Bauch und der Rücken entlastet werden, damit der Sex in der Schwangerschaft auch genossen werden kann.

 

 

Ist Schwangerschaftssex gefährlich für das Baby?

 

Es geistert bei werdenden Eltern die Behauptung umher, dass Sex während der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind Schaden zufügen könnte. Tatsächlich ist das aber nicht der Fall. Der Penis des Mannes erreicht das Baby nie, egal in welchem Trimester sich die Frau gerade befindet. Es kann sein, dass der geschlossene Muttermund berührt wird. Aber weder die Fruchtblase, noch das übrige Gewebe der Gebärmutter wird überhaupt erreicht.

Auch die körperlichen Bewegungen beim Geschlechtsverkehr sind keine Gefahr für das ungeborene Kind. Durch die Blase aus Fruchtwasser, in dem es schwimmt, wird es vor zu ruppigen Bewegungen geschützt und schaukelt höchstens etwas hin und her. Aber das Gleiche passiert auch, wenn eine schwangere Frau beispielsweise eine Treppe hoch- oder runterläuft.

 

 

Wie wirkt sich Sex während der Schwangerschaft auf die Wehen aus?

 

Manche schwangeren Frauen machen sich Sorgen, dass durch den Schwangerschaftssex frühzeitige Wehen ausgelöst werden und es sogar zu einer Fehlgeburt kommen könnte. Immerhin werden beim Sex Hormone ausgeschüttet, die auch die Wehen auslösen.

Bei den besagten Hormonen handelt es sich zum einen um Oxytocin und zum anderen um Prostaglandine. Das Oxytocin produziert der weibliche Körper während hohen Erregungszuständen. Es gilt als Liebes- und Bindungshormon und vermittelt ein Gefühl von körperlicher Nähe sowie eine Verbundenheit zum Partner. Tatsächlich ist Oxytocin auch am Ende der Geburt für das Auslösen der Wehen mitverantwortlich. Allerdings spielen noch andere Umstände wie der körperliche Zustand der Frau und die Ausschüttung anderer Hormone eine Rolle. Oxytocin an sich löst also keine frühzeitigen Wehen aus.

Bei Prostaglandinen verhält es sich da etwas anders. Die Hormone sind im Sperma des Mannes enthalten. Sie werden schwangeren Frauen im Krankenhaus verabreicht, wenn man die Wehen künstlich einleiten möchte. Denn Prostaglandine sorgen unter anderem für eine Reifung des Muttermundes, sodass dieser sich auf die kommende Geburt vorbereitet. Allerdings sind die Mengen an Prostaglandinen, die im männlichen Sperma enthalten sind, viel zu gering, um frühzeitige Wehen auszulösen.

Richtig spannend wird es am Ende der Schwangerschaft, wenn die Frau kurz vor dem Einsetzen der normalen Wehen steht. Wenn hier der Zeitpunkt zufällig genau richtig gewählt ist, kann Schwangerschaftssex und die damit verbundene Ausschüttung von Oxytocin im Zusammenspiel mit Prostaglandinen und den Kontraktionen eines Orgasmus die Wehen einleiten.

 

 

Wie wirkt sich die Schwangerschaft auf die Lust des Mannes aus?

 

Nicht nur schwangere Frauen haben während ihrer Schwangerschaft mit geringerem Lustempfinden zu kämpfen. Auch einige Männer verlieren die Lust auf Sex. Das hängt aber nicht damit zusammen, dass sie ihre Partnerin unattraktiv finden. Tatsächlich finden Männer ihre schwangeren Frauen in der Regel genauso anziehend wie vorher. Manche Männer finden den Babybauch sogar noch etwas attraktiver. Trotzdem steigert das nicht unbedingt die Lust auf Sex in der Schwangerschaft.

Männer haben genauso wie Frauen Angst davor, dass sie durch den Geschlechtsverkehr dem ungeborenen Baby schaden könnten. Hinzu kommt aber auch noch, dass viele Männer sich mental auf ihre anstehende Aufgabe als werdender Vater vorbereiten. Das ist gerade bei jungen Männern teilweise derart belastend, dass ihnen schlicht nicht der Sinn nach Sex steht. Wenn es sich allerdings nicht um die erste Geburt handelt, dann sind auch die Ängste und Befürchtungen normalerweise geringer, sodass der Mann dann auch eher Lust hat, während der Schwangerschaft mit seiner Partnerin intim zu werden.

 

 

Wann sollte auf den Sex verzichtet werden?

 

Es gibt auch Situationen beziehungsweise gesundheitliche Vorgeschichten, bei denen Ärzte vom Geschlechtsverkehr in der Schwangerschaft abraten. Wenn eine Frau bereits mehrere Fehlgeburten erlebt hat, sollte sie keinen Sex haben, um das Risiko von frühzeitigen Wehen zu vermeiden. Genauso verhält es sich, wenn ein Arzt eine sogenannte Risikoschwangerschaft feststellen sollte.

Wenn der Mutterkuchen bei der Frau falsch liegt, könnte es beim Sex eventuell zu Verletzungen kommen. Bei der sogenannten Placenta praevia liegt der Mutterkuchen in der Nähe des Gebärmutterhalses und überdeckt die Gebärmutterhalsöffnung teilweise oder komplett. Beim Sex könnte der Mutterkuchen derart angestoßen werden, dass es zu Einblutungen kommt, die sowohl die schwangere Frau als auch das ungeborene Baby gefährden könnten. Allerdings ist dieses Krankheitsbild vergleichsweise selten und wird nur bei 0,5% der Schwangerschaften diagnostiziert.

Paare sollten vorsichtig mit Sex während der Schwangerschaft sein, wenn es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt. Da im Bauch der Frau nicht nur ein Kind liegt, sondern zwei oder mehr, verschieben sich die Positionen der Kinder und des Mutterkuchens. Eine Verletzung ähnlich wie bei der Placenta praevia ist möglich, die gesundheitsgefährdend sein kann.

Außerdem ist auf Sex zu verzichten, wenn der Partner unter einer Genitalinfektion leidet. Es besteht das Risiko, dass eventuell Viren oder Bakterien in den Gebärmutterhals gelangen und eventuell Entzündungen auslösen, die die Gesundheit des Kindes beeinträchtigen könnten. Darum ist es besser, so lange keinen Geschlechtsverkehr zu haben, bis die Infektion komplett abgeheilt ist.

Abseits davon spricht aber nichts dagegen, auch während der Schwangerschaft intime Momente zu erleben, wenn sowohl du als auch dein Partner die Lust darauf verspüren!

 

 

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